26. April 2016 um 9:44 Uhr

Wie musical.ly bist du?

Wie musical.ly bist du?

Kürzlich erst hat der Messenger-Dienst Snapchat (siehe unseren Test) das Fotonetzwerk Instagram als beliebtestes soziales Netzwerk abgelöst, da schickt sich bereits die nächste Plattform an, der große Renner zu werden und als App unverzichtbar zu sein, zumindest auf den Smartphones derer, die ihr mobiles Telefon ganz gerne mit Strasssteinen, Bildern von Stars und anderem bunten Firlefanz bekleben.

 

Musical.ly heißt das neue Phänomen, dessen Entwickler ursprünglich aus China stammen und das aktuell etwa 40 Millionen Nutzer hat. Tendenz rasant steigend. Über die App können Nutzer ein maximal 15 Sekunden langen Clip mit bekannten Popsongs oder Filmzitaten unterlegen. Entsprechend posieren die „muser“, wie sich die Musical.ly-Nutzer nennen, in den Clips so, dass eine witzige, originelle Übereinstimmung mit dem unterlegten Ton erzielt wird.

 

Neue Stars werden geboren

Wem das Prinzip von Musical.ly verdächtig bekannt vorkommt, der hat möglicherweise schon von Dubsmash gehört, das ganz ähnlich funktioniert Signe Musical.lyund schon länger als App auf dem Markt ist. Inzwischen wurde Dubsmash von Musical.ly in der Nutzergunst bereits überholt. Der Schwerpunkt von Musical.ly liegt – wie der Name schon sagt – stärker auf Musik als auf lustige Zitate aus Film und Fernsehen, wie dies bei Dubsmash der Fall ist. So wie Kids früher vor dem Spiegel aktuelle Popsongs performt haben, tun sie es jetzt via Musical.ly. Dass das Spaß macht, wissen wir alle noch aus unseren jungen Jahren. Nur dass die eigene Mini-Playback-Show jetzt eben ein Millionenpublikum erreicht.

Musical.ly ist sehr von dem Community-Gedanken geprägt. Jeder Nutzer kann sich ein öffentliches Profil anlegen, dem andere Nutzer folgen können. Die Clips lassen sich mit Likes bewerten, in diesem Fall durch ein Herzchen-Icon, es können Kommentare unter den Clips gepostet werden und sogar die Aufforderung zu einem Duett ist möglich. Wer bei Musical.ly mitmacht, will gesehen werden und das ganz sicher nicht nur von seinem eigenen Spiegelbild. Mittlerweile gibt es auf der Plattform bereits eine Reihe von sehr erfolgreichen „musern“, die Millionen (!) von Reaktionen mit ihren Clips erzielen und so selbstverständlich auch für die Werbebranche langsam aber sicher interessant werden.

 

Strahlende Zukunftsaussichten?

Setzt sich für Musical.ly der Aufstieg fort bis in die Sphären von Snapchat und Instagram oder flaut die Popularität demnächst wieder ab? Noch ist die Plattform nicht wirklich profitabel und muss erst noch beweisen, dass sie fähig ist, erfolgreiche virale Kampagnen zu fahren und Werbepartner ins Boot zu holen, ohne dadurch die Nutzer zu vertreiben. Die überwiegend junge Klientel von Musical.ly ist eine beliebte Zielgruppe vieler Branchen, da sie spontaner kauft und weniger aufs Geld achtet, zugleich ist diese Zielgruppe aber auch sehr launisch und wendet sich schnell ab, z.B. dann, wenn die Generation ihrer Eltern die Plattform entdeckt und dort mitmischt. Dies hat viele junge Nutzer schon von Facebook weggetrieben. Um in die Sphären von Instagram und Snapchat aufzusteigen, braucht Musical.ly noch mehr als doppelt so viele Nutzer wie jetzt. Die Konkurrenz wird sicher ein Auge darauf haben.

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