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23. Juni 2016 um 17:12 Uhr

Wenn Produkt und Marketing miteinander untergehen

Wenn Produkt und Marketing miteinander untergehen

Marketing ist oft der Schlüssel zum Erfolg eines neuen Produktes. Richtig gutes Marketing kann mitunter sogar ein durchschnittliches Produkt vor dem kompletten Scheitern bewahren. Leider nicht immer. In manchen Fällen geht das Marketing quasi mit einem Produkt unter und gilt als genau so gescheitert wie dieses. Wir haben uns bereits mit strauchelnden Giganten aus dem Tech-Bereich befasst, nun blicken wir auf einige weitere Produkte, die mit großem, teurem Marketingaufwand einhergingen und zu völligen Fehlschlägen wurden.

 

New Coke

79 Tage lang hat das kapitale Missverständnis, das heute als eines der größten Marketingdesaster der Werbegeschichte gilt, gedauert. Im Jahr 1985 verkündete die Coca-Cola-Company der US-Öffentlichkeit, die Coca-Cola-Formel verbessert zu haben. Verbessert? Ein Produkt, das jahrzehntelang als das Nonplusultra und so viel leckerer als das des größten Konkurrenten Pepsi beworben wurde, musste verbessert werden? Die Amerikaner schluckten das nicht. Als Antwort auf eine teure und aufwendige Marketingkampagne für die neue Cola erhielt der Konzern wütende Briefe und Anrufe von Menschen, die ihre alte Cola zurückwollten. Nach 79 Tagen nahm Coca-Cola die missglückte Revolution wieder zurück und führte die alte Cola-Rezeptur wieder ein. Bis heute hält sich allerdings das hartnäckige Gerücht, dass dieser Mega-Flop nur inszeniert war, um die Kunden wieder für die alte Cola zu begeistern. Es ist ja durchaus bekannt, dass man vieles erst zu schätzen weiß, wenn es nicht mehr da ist. Für ein solches Manöver allerdings Millionen von Dollar in den Sand zu setzen und ein sehr negatives Firmenkapitel zu schreiben, erscheint doch sehr gewagt.

 

Arch Delux

Was Coca-Cola kann, bekommt McDonald’s auch hin. Nur fettiger. 1996 führte der Fast-Food-Riese den Arch Delux ein, einen besonders großen und teuren Burger, der als Produkt für Erwachsene beworben wurde. Das Marketing für den Arch Delux war wie der Burger selbst massiv und letztlich ebenso erfolglos. Marketing und Produkt schenkten sich hier in Sachen Überproportionalität nichts. Den Kunden schmeckte der hohe Preis des Burgers nicht, die Werbung war nicht nach ihrem Geschmack und überdies begannen sich die Gewohnheiten zu verschieben, weg von Kalorienbomben hin zu einer ausgewogeneren Ernährung, auch im Fast-Food-Bereich. MacDonald’s lag mit dem Arch Delux auf ganzer Linie daneben. Das Ergebnis: ein Verlustgeschäft im dreistelligen Millionenbereich.

 

Dreamcast

Zunächst sah es für die Spielekonsole Dreamcast aus dem Hause Sega nicht nach einem Flop aus. Als das Gerät 1998/1999 auf den Markt kam, fand es reißenden Absatz. Unglücklicherweise aus der Sicht von Sega und seiner Dreamcast schlief die Konkurrenz aber nicht. Als Sony unter großem Medienrummel die PlayStation 2 veröffentlichte, interessierte sich plötzlich niemand mehr für die Dreamcast. Teure Werbeaktionen, um die Konsole bekannter zu machen, wie etwa Sponsorenverträge mit dem großen Fußballclub Arsenal London, dessen Spieler mit dem Schriftzug „Dreamcast“ auf dem Trikot aufliefen, konnten daran nichts ändern. Die Konkurrenz war zu stark, auch ohne Fußball.

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