9. Oktober 2015 um 13:53 Uhr

Was kann Canva?

Was kann Canva?

Vielleicht sollte die Frage eher lauten: was ist Canva? Allzu große Bekanntheit hat das Design-Tool aus Australien hierzulande und auch weltweit noch nicht erlangt, doch eben dies könnte sich in absehbarer Zeit ändern. Schließlich hat das Startup aus Down Under gerade eine kräftige Investitionsspritze erhalten, unter anderem von Hollywoodstar Owen Wilson. Es lohnt sich also, zumindest einmal einen Blick darauf zu werfen.

 

Designen per Drag-and-Drop

Canva tritt mit dem Versprechen an, auch absoluten Design-Anfängern das Erstellen von tollen Grafiken zu ermöglichen. „Your first design will be amazing!“ heißt es, nachdem man sich angemeldet und ein kurzes Tutorial gemeistert hat. Canva steht als App fürs iOS-Geräte und im Browser zur Verfügung und funktioniert ganz nach dem Drag-and-Drop-Prinzip.

Bevor das Gestalten beginnen kann, muss entschieden werden, was überhaupt gestalten werden soll. Ein Cover für ein Musikalbum vielleicht? Ein Header für den Twitter-Account? Oder ein Flyer? Insgesamt stellt Canva rund 50 verschiedene Designformate zur Verfügung, die dem Nutzer die Aufgabe abnehmen, sich selbst mit den korrekten Breiten- und Höhenmaßen beschäftigen zu müssen. Zugleich kann man über die Option „Use custom dimension“ die Maße seines Designs auch manuell eingeben.

 

Ein Albumcover mit Canva – Schritt 1: Layout

So ein Cover für ein Musikalbum zu gestalten, das nie den Zustand der tatsächlichen Existenz erreichen wird, ist doch ganz spannend, also probieren wir das mal aus. Einfach anklicken und schon erhalten wir ein Bedienfeld. Rechts sehen wir das noch leere Cover, das wir nun füllen können, links stehen uns vorgefertigte Layouts zur Verfügung. Daneben sehen wir die weiteren Optionen „Search“, „Text“, „Background“ und „Uploads“. Zu diesen kommen wir noch.

Nach ein paar Momenten fällt auf, dass einige der vorgefertigten Layouts mit „Free“ markiert sind und andere nicht. Es erschließt sich relativ mühelos, was dies bedeutet, auch ohne dass man über die unmarkierten Layouts fährt und das kleine Dollarzeichen entdeckt. Wer bei der Gestaltung solche kostenpflichtigen Komponenten verwendet, kann sein Werk am Ende nur gegen Bezahlung herunterladen. Entscheidet man sich für ein vorgefertigtes Layout, kann man hier die Schrift ändern sowie zusätzliche Komponenten einbauen.

Lassen wir die vorgefertigten Layouts aber mal bei Seite und widmen uns den anderen Möglichkeiten. Dazu gehört, das Cover mit eigenen Bildern zu gestalten. Dazu stellt Canva verschiedene kostenlose Raster bereit. Auch hier genügt es, das gewünschte Raster anzuklicken, das sich sofort über unser nacktes Cover legt.

Wenn wir jetzt auf die Option „Upload“ gehen, können wir vom eigenen Rechner Bilder hochladen und dann per Drag-and-Drop in das gewünschte Rasterfeld ziehen. Hier fügt sich das Bild perfekt ein. Anschließend besteht die Möglichkeit, den exakten Ausschnitt des Bildes zu wählen. Außerdem stehen mehrere Fotofilter zur Verfügung, um die Bilder aufzupeppen, wie wir es von Instagram kennen.

Insgesamt erweist sich das Arbeiten mit den Fotorastern als so simpel wie versprochen und funktioniert ausgesprochen gut. Wer bisher Probleme hatte, seine Bilder ordentlich und ohne Frust auf Social-Media-Headern, Postern oder sonstigen Designs zu verteilen, findet in Canva eine gute Lösung. Die vorgefertigten Cover-Layouts sind Geschmackssache, decken aktuell aber definitiv nicht die ganze Bandbreite an musikalischen Stilrichtungen ab. Die Auswahl, vor allem an kostenlosen Layouts, ist derzeit noch deutlich zu gering.

 

Ein Albumcover mit Canva – Schritt 2: Background

Wir können bei der Gestaltung unseres Covers auch ganz anders herangehen und ignorieren die Option „Layouts“. Stattdessen gehen wir zu „Background“. Hier haben wir die Möglichkeit, unser Cover komplett in eine Farbe einzufärben oder einen etwas ausgefalleneren Hintergrund zu wählen. Wie bei den Layouts gilt auch hier, dass einige der Hintergründe kostenlos, andere kostenpflichtig zur Verfügung stehen. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass alle wirklich ansprechenden Backgrounds ein kleines Dollarzeichen haben. Da es vor allem in den App und Play Stores bereits viele Tools gibt, die solche Backgrounds kostenlos zur Verfügung stellen, kann Canva hier nicht wirklich punkten.

 

Ein Albumcover mit Canva – Schritt 3: Text

Jetzt widmen wir uns der Option „Text“. Die Auswahl an vorgefertigten Schriftbildern, die zudem kostenfrei sind, ist hier deutlich höher. Hat man ein Schriftbild auf das Cover platziert, kann man nicht nur den Text ändern, sondern auch die Farbe, die Größe und den Schriftart. Bei der Option „Text“ ist das Verhältnis zwischen der Einfachheit der Bedienung und der Auswahl an Elementen somit deutlich ausgewogener als etwa bei den Backgrounds.

 

Ein Albumcover mit Canva – Schritt 4: Stockmaterial

Die Option, die wir noch nicht erforscht haben, ist „Search“. Hier finden wir eine große Auswahl an Stockmaterial, von Icons über Fotos bis hin zu Rahmen. Erwartungsgemäß wiederholt sich das Spiel von kostenlos und kostenfrei erneut. Gibt man etwa den Suchbegriff „frog“ ein, erhält man eine recht umfangreiche Auswahl an Fotos und Illustrationen, die aber allesamt nicht zum Nulltarif erhältlich sind. Bei anderen Themen hat man etwas mehr Glück.

 

Fazit

Canva kann durchaus einiges. Das Tool ermöglicht unkompliziertes, rasches und kurzweiliges Gestalten. Die Ergebnisse sind für den Gebrauch auf Social-Media-Plattformen, in Blogs und zu anderen privaten Zwecken gut geeignet, echte Profiarbeiten ersetzen sie jedoch nicht. Die Sorgfalt, Kreativität und Vielseitigkeit professioneller Designer lassen sich nicht in ein Tool packen. Wer außerdem für sein Design nichts bezahlen will, muss einige Einschränkungen hinnehmen. Wenn das Angebot weiter anwächst, hat Canva aber fraglos das Potential, ein sehr beliebtes Tool für Hobby-Gestalter zu werden.

Zur Anschauung ein Ergebnis, kostenfrei erstellt in knapp einer Minute:

Happy Coffee Time

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3 Kommentare bei “Was kann Canva?

  1. Selina sagt:

    Danke für die Vorstellung des Grafik-Design-Programmes! Mir ist der Name „canva“ bekannt, richtig intensiv beschäftigt habe ich mich aber bisher noch nicht damit. Aufgrund deines Beitrages bin ich nun neugierig geworden – zumindest die kostenlose Version möchte ich gerne ausprobieren. Vielen Dank für den Tipp!

    1. Freut uns, dass wir dir mit dem Tipp weiterhelfen konnten.

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