5. Februar 2016 um 10:58 Uhr

Vom Katzen- zum Wombat Content

Vom Katzen- zum Wombat Content

Wie erfreuen wir uns nicht alle an niedlichen Katzen, die sich an ungewöhnlichen Orten aufhalten oder wundersame Dinge tun. Die Interaktionsraten in den sozialen Netzwerken mit solchen Bildern, Videos oder GIFs sind enorm. Aber wieso lieben wir Katzen so?

Täglich überströmt uns eine Flut von Informationen im Netz, bei Facebook, Twitter oder Youtube. Unser Newsfeed ist voll mit Blogbeiträgen, KatzencontentNewstickern, Bildern und Statusmeldungen. Und immer mehr Content ist negativ oder verbreitet schlechte Stimmung. In Syrien herrscht Krieg, Europa kämpft mit der Flüchtlingskrise und in USA droht ein Mann Präsident zu werden, der auf gut deutsch gesagt „nicht mehr alle Tassen im Schrank hat“. Wir diskutieren, machen unseren Standpunkt klar oder kämpfen gegen braunes Gedankengut, aber irgendwann sind wir müde. Wir wollen auch mal wieder andere Themen erleben, Schönes in der Welt sehen und lachen. Hier kommt wieder die Katze ins Spiel. Lange Zeit hat vor allem sie im Internet unser Gemüt erfreut und uns zum Lachen gebracht. Zwischen all den negativen Schlagzeilen kommt eine Katzenmutti mit ihren Babies gerade recht, ob der Content nun von einem Freund oder einer Unternehmensseite geteilt wurde ist uns dabei ziemlich egal. Wir halten inne, schauen uns das Video vielleicht sogar zweimal an, lachen, liken und markieren Freunde oder teilen den Content auf unserer Timeline. Katzen machen den Unterschied! Katzen machen glücklich und das ist sogar bewiesen.

 

Katzen Content versus Wombat Content

Nun werden die Katzen aber mehr und mehr von einem anderen Tier abgelöst: dem Wombat. Knapp eine Million User schauten sich bereits ein Video an, in dem einer dieser kleinen, niedlichen Beutelsäuger Gras frisst. Man bedenke, das Video ist über 2 min lang und das Tier tut wirklich nichts anderes als Gras zu fressen! Ein anderes Video fügt einige bereits im Netz bekannte Videos zusammen und erklärt die 10 Jobs eines Wombats – einfach Zucker!

 

Egal ob Katzen oder Wombats, Niedlichkeit scheint der Effekt zu sein, die am besten zu Viralität führt. Bilder und Videos mit niedlichen Tieren kommen einfach immer gut an. Natürlich sollte man seinen Social Media Plan nicht nur darauf ausrichten. Aber bei einer Anwendung an gezielten Tagen, wie Montag oder Freitag, wo entweder die allgemeine Laune besonders schlecht oder besonders gut ist, kann ein Posting mit einem Wombat sehr erfolgreich sein.

 

Wombat oder nackter Christiano Ronaldo?

Plakatwerbung hat in den 1990er Jahren noch wunderbar mit in Unterwäsche bekleideten Models funktioniert. Reihenweise wurden Auffahrunfälle gemeldet wegen Mark Wahlberg oder Kate Moss in Calvin Klein Unterwäsche. Aber das zieht jetzt nicht mehr.

Die Zeiten haben sich geändert. Wir werden mit Werbung überflutet, wir teilen auch keine Bilder mit Unterwäsche Models in unserer Timeline, die sehen wir ja ständig, auch dank der Werbeanzeigen bei Facebook oder Instagram. Nein, ein nackter Christiano Ronaldo ist nur einer unter Vielen. Aber wäre er einfach nett angezogen und trüge ein Wombatbaby auf dem Arm, dann würden unsere Augen halt machen und der Finger aufhören, die Timeline weiter zu scrollen. Noch viel besser wäre ein Video mit Christiano Ronaldo in einer Wombat Aufzuchtstation, das zeigt, wie er gerade ein Wombatbaby füttert. Der Werbeslogan beiläufig eingespielt und schon wird sich dieses Video in allen Netzwerken rasant verbreiten und die Botschaft in unsere Köpfe brennen. Nicht nur weil ein Christiano Ronaldo im Video zu sehen ist, sondern weil er sich mit einem niedlichen Tier auseinandersetzt, das wir derzeit so sehr lieben und liken.

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