frog block | Technik und Design Blog

3. März 2016 um 16:23 Uhr

Teuer, aber sinnlos: 5 Apps für den, der sonst schon alles hat

Teuer, aber sinnlos: 5 Apps für den, der sonst schon alles hat

Im überfüllten Wartezimmer mal eben ein kleines Spiel aus dem Google Play Store herunterladen, um sich damit die Zeit zu vertreiben, oder sich in geselliger Runde spontan eine App mit lustigen Geräuschen aufs Handy holen, um ein Gespräch akustisch zu untermalen – das geht nicht nur einfach und schnell, es ist in der Regel auch komplett gratis. Wer würde denn auch Geld für eine App ausgeben, die z.B. nichts anderen kann, als den Ruf des Schwarzschwanz-Präriehundes zu imitieren?

 

Ungeachtet der hohen Anzahl mal mehr, mal weniger sinnvoller Apps, die kostenlos bereit stehen, tauchen bei Google Play (und natürlich auch im App-Store, aber dem widmen wir uns ein anderes Mal) des Öfteren Apps auf, die nicht nur etwas, sondern gleich ziemlich viel kosten, ohne dass sich wirklich erschließt, warum jemand eine solche Summe bezahlen sollte. Wir stellen hier fünf aktuell bei Google Play erhältliche, kurios teure Apps vor (Stand: Februar 2016).

 

Abu Moo

Einfach mal bei Pixabay den Begriff „Edelstein“ eingeben. Was ihr findet, sind eine große Anzahl an Bildern von Edelsteinen in allen Formen undÜberteuerte Apps: Edelstein Farben, mit denen ihr nun machen könnt, was ihr wollt. Ihr könnte sie z.B. als Hintergrundbild auf eurem Smartphone verwenden. Toll oder? Das kostet euch bis auf ein paar Sekunden Zeit rein gar nicht. Alternativ könnt ihr aber auch 350 Euro, in Ziffern dreihundertfünfzig Euro, für ein solches Bild eines Edelsteins ausgeben. Das ist das Angebot, das euch die sechs Apps von Abu Moo machen. Mit der App „Black Diamond“ bekommt ihr das Bild eines schwarzen Diamanten für 350 Euro auf euer Mobiltelefon, mit „Ruby“ das eines Rubins für 350 Flocken und so weiter. Für das ganze Set bezahlt ihr 2100 Euro. An welche Zielgruppe richtet sich eine solche App? Ich tippe auf gelangweilte Millionärskinder. Oder auf die Art Mensch, die für einen Gag weit über die Schmerzgrenze hinausgeht. „Das machst du nie!“ – „Wetten doch?“. Bling, bling.

 

The most expensive app

Der Name ist fast, aber eben nur fast Programm. „The most expensive app“ ist nicht DIE teuerste App, kostet aber auch eine lächerlich hohe Summe. 197 Euro ist der Preis dieser Anwendung, die sich für gar nichts verwenden lässt. Sie zeigt nur ein einziges Bild, das damit angibt, die teuerste App zu sein. Da sie das aber nicht (mehr) ist, negiert sie sich selbst.

 

Super Color Runner

Die kleinen Gratis-Spiele zum Zeitvertreib habe ich ja bereits erwähnt. Es ist schwer, heute noch ein Smartphone zu finden, das nicht zumindest ein paar wütende Vögel, eine eigene Quiz-Show oder Lara Croft im Speicher hat. Wer nicht nur hin und wieder zum Zeittotschlagen, sondern aus richtigem Interesse heraus Smartphone-Games spielt oder wirklich, wirklich oft Langeweile hat, investiert auch schon mal 2 bis 5 Euro in ein hochwertiges Spiel. Man kann aber unmöglich einen so ausgedehnten Anfall von Langeweile haben, um 100 Euro für ein Smartphone-Spiel ausgeben zu wollen. Oder? „Super Color Runner“ heißt das Game, das eine dreistellige Summe wert sein will. Soweit sich das von außen beurteilen lässt, ist „Super Color Runner“ ein Retro-Game mit Endlos-Spielprinzip. Man lässt ein aus drei Strichen und zwei Blöcken bestehendes Männchen durch Farbwelten laufen und sammelt Energie ein, um immer weiter zu laufen. Der Schöpfer verspricht in seinem Statement, dass er das experimentelle Spiel in Zukunft erweitern und verbessern will. 100 Euro für einen Beta-Test? Wow, dazu muss man schon Selbstbewusstsein haben. Das scheint den Spieleerfinder allerdings mittlerweile verlassen zu haben, denn „Super Color Runner“ wurde seit 2012 nicht mehr aktualisiert. Vielleicht kann er auch einfach seinen eigenen Stundenlohn nicht mehr bezahlen.

 

Vuvuzela World Cup Horn Plus

Überteuerte Apps: VuvuzelaErinnert ihr euch noch an die Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika? An die Bilder vielleicht nicht so sehr, aber an den Ton doch bestimmt. Dieses monotone, insektenschwarmartige Röhren hat entlang des Erdballs für viele gequälte Gesichter vor dem Fernseher gesorgt. Verantwortlich dafür war die Vuvuzela, ein Plastikhorn mit erstaunlichem Nervfaktor, der in südafrikanischen Stadien traditionell die Gesänge ersetzt – und jedes andere Geräusch gleich mit. Die Anzahl der Menschen, die sich sechs Jahre später nach dem Vuvuzela-Sound sehnen und ihn unbedingt wieder täglich hören möchte, dürfte überschaubar sein, doch es reichen schon 10 verrückte Vuvuzela-Junkies, um den App-Hersteller DLP Mobile um 1000 Euro reicher zu machen. Satte 100 Euro wird bei Google Play für die Vuvuzela-App „Vuvuzela World Cup Horn Plus“ verlangt. Dafür ist sie werbefrei, im Gegensatz zur Version ohne Plus, die kostenfrei zur Verfügung steht. Wer auf nervige Töne steht, ist offenbar eher bereit, mal eben 100 Euro auszugeben, um sich Werbung zu ersparen.

 

G-CORE Green Caddy Golf World

Golf gilt nicht unbedingt als ein bescheidener Sport, der jedem Ottonormalbewegungssüchtigen offen steht. Irgendwie ist es da fast konsequent, dass SSIATECH seine Golf-App möglichst exklusiv hält – mit einem Preis von 80 Euro glühen die Smartphones nicht eben heiß, um diese App herunterzuladen. Was kann „G-CORE Green Caddy Golf World“ eigentlich? Die App versorgt ihre Nutzer mit Informationen zu den Golfplätzen dieser Welt und gibt Tipps zur Verbesserung des eigenen Spiels.

Geschrieben von

0 likes Allgemeines # , , , ,
Share: / / /

2 Kommentare bei “Teuer, aber sinnlos: 5 Apps für den, der sonst schon alles hat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *