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18. März 2016 um 13:12 Uhr

Teuer, aber sinnlos 2: Luxus(quatsch) aus dem App-Store

Teuer, aber sinnlos 2: Luxus(quatsch) aus dem App-Store

Die teuersten Apps aus dem Google Play Store haben wir bereits vorgestellt. Dass der App-Store von Apple da nicht hintenan steht, überrascht niemanden. Im App-Store verstecken sich zwischen Gratisangeboten und den Ausführungen für relativ kleines Geld äußerst effektive Vorschläge zur Minimierung des Kontostandes.

999,99 Dollar oder 899,99 Euro. Das ist der von Apple festgelegte Höchstpreis, den eine App im App Store haben darf. Wenn ich mir überlege, was man für dieses Geld so bekommen kann … Einen PC mit allem Schnickschnack, ein neues Bett mit Lattenrost, Matratze und Nachtschränkchen oder einen alten Gebrauchtwagen, der zwar nicht mehr gut aussieht, des Öfteren asthmatisch klingt und irgendwie komisch riecht, aber immer noch fährt. Fast alles, dass man für 900 Euro bekommen kann, macht mehr Sinn, als sich dafür eine App herunterzuladen. Hier einige Beispiele für richtig teure Apps im App-Store:

 

Verituner

Ihr kennt das: da will man gerade ein Klavier stimmen und ausgerechnet dann erleidet man einen Gehörsturz. Dieses gesellschaftspolitisch brisante Problem lässt sich, mit ein bisschen Investitionsbereitschaft, leicht beheben. Der Verituner für zarte 599,99 Euro hilft beim Klavierstimmen, indem er die Mängel des menschlichen Gehörs ausgleicht. Möglicherweise betrachten echte Klavierstimmer, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten, die App tatsächlich als praktisches Hilfsmittel, aber ich argwöhne, dass diese alte Zunft bessere Tricks auf Lager hat, die nicht ebenso viel kosten wie ein günstiges Klavier selbst.

 

roc.Kasse

Ineffizienz verursacht Kosten, aber Effizienz kostet. Die App roc.Kasse für den möglichen App Store-Höchstpreis von 899,99 Dollar wird angepriesen als „ein modernes, extrem schnelles und vor allem einfach zu bedienendes Funk-Boniersystem“, das Servicekräfte die Arbeit erleichtern soll. Im Klartext heißt dies, dass die App das komplette Rechnungssystem eines Restaurants oder Cafés steuert. Die Servicekraft kann noch am Tisch des Gastes die Bestellung an die Küche und den Preis an die Kasse übermitteln. Ob man es als unhöflich empfindet, wenn der Kellner oder die Kellnerin am Tisch steht und auf dem iPhone herumtippt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Es wäre aber schon bedauerlich, wenn man fast 900 Euro bezahlt und dann täglich mehrere hundert Euro an Trinkgeld verliert.

 

KGulf

Interessen sind verschieden. Manche Menschen machen gerne Sport, andere sammeln Briefmarken und wieder andere halten sich leidenschaftlich gerne über die Wasserstände im Persischen Golf auf dem Laufenden. Die App KGulf versorgt Wasserstand-Fans mit allen Informationen aus dem Persischen Golf – für 449,99 Euro. Manche Hobbys sind eben teurer als andere. Wer sich beruflich mit den Wasserständen im Persischen Golf befasst, kann immerhin versuchen, die App steuerlich abzusetzen, um finanziell nicht vollkommen baden zu gehen.

 

DDS GP

Zahnärzte haben es wirklich nicht einfach. Sie wollen nur helfen, doch jeder hat Angst vor ihnen. Vielleicht hilft es, wenn der Zahnarzt seinen Patienten einfach anschaulich darlegt, was er gerade im Begriff ist, an ihren Zähnen zu tun. Die Macher der App DDS GP scheinen diese Taktik für sinnvoll zu halten. DDS GP zeigt schöne Illustrationen davon, wie Zähne gezogen, gebohrt, gereinigt und anderweitig behandelt/malträtiert werden. Dann weiß der Patient im Vorfeld genau, worauf er sich freuen kann. Wessen Zahnarzt geizig ist, dem bleibt dies freilich erspart, denn die App kostet 359,99 Euro.

 

 

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