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13. Februar 2016 um 14:05 Uhr

Wie tickt Snapchat? Ein Test im freiSign Team

Wie tickt Snapchat? Ein Test im freiSign Team

Ein neuer Hype ist da, ein neues soziales Netzwerk, bei dem Reichweiten nur so durch die Decke schießen sollen: Snapchat. Was ist dran an diesem Must Have der Online-Szene und ist dieses Netzwerk etwas für jedermann? Eine andere Frage: sollten Unternehmen sich dort nun auch Accounts erstellen?

Wer kann wissen, wie Snapchat tickt?

Ich habe mir gedacht, ich frage einfach jemanden, der es wissen kann. Jemand, der die App gerne nutzt, jemand aus der Zielgruppe. Meine Wahl fiel dabei überhaupt nicht schwer. Ich habe einfach unseren Azubi Marvin gefragt, der für Videos und Animation schwärmt. Er erzählt nun ein bisschen was über seine eigene Snapchat-Nutzung.


 

Snapchat besteht für mich aus zwei Teilen, einmal gibt es die privaten Nachrichten (also Bilder, die von Person zu Person geschickt werden) und die Stories. Sie sind so etwas wie ein Statuspost bei Facebook, nur eben in Snapchat Form: Foto oder Video. Im Folgenden erstmal kurz zur „privaten Funktion“:

Ich benutze Snapchat seit ca. zwei Jahren (mal mehr, mal weniger). Anders als z.B. bei Facebook oder WhatsApp nutze ich es eher phasenweise, am Wochenende zum Beispiel relativ häufig, in der Woche dagegen sehr selten. Hauptsächlich nutze ich es für eher lustige Bilder oder Bilder, bei denen es sich nicht lohnt, diese zu behalten.

 

Hinweis: Snapchat speichert die Bilder nur für eine kurze Zeit

 

Damit meine ich Bilder von einer Party, den Hangover-Bilder am nächsten Morgen oder einfach nur Videos, wie mein Hund gähnt. Ich teile einfach Situationen, die eventuell lustig sein könnten, um sie dann an Freunde zu schicken. Im Grunde ist das ein „hier guck mal, so geht es mir gerade“-Ding. Eigentlich ist gar nicht wichtig, was ich da mitteilen möchte, deswegen finde ich es ja auch so cool, dass die Inhalte nach ein paar Sekunden wieder verschwinden.

Ich nutze Snapchat nicht, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben oder so etwas. Die App ist für mich unter den Kontaktmöglichkeiten nichts Essentielles wie WhatsApp. Es dient mir und wahrscheinlich auch für 90% meiner Freunde zur reinen Unterhaltung.

Eben weil Snapchat die Bilder nach einer bestimmten Zeit automatisch „in Luft auflöst“ ist die Hemmschwelle natürlich ein bisschen niedriger als wenn ich Bilder über Facebook oder WhatsApp teile.

 

Hinweis: Personen, die gerne aus ihrem Leben berichten, müssen nicht befürchten, dass Inhalte ewig im Internet zu finden sein werden und später negativ auf sie zurückfallen!

 

Und nun fasse ich kurz den „Storymodus“ zusammen:

Bilder und Videos können in die eigene Story hochgeladen und dann binnen 24 Stunden beliebig oft von jedem Kontakt in der Freundesliste angeschaut werden. An sich super cool zum Teilen von aufregenden oder tollen Momenten, die nicht unbedingt das Potenzial haben, direkt auf Instagram, Facebook oder sonst noch wo veröffentlicht zu werden. Oder man nutzt sie zusätzlich zu den genannten anderen sozialen Netzwerken, das geht natürlich auch.

Die Nutzung von Snapchat ist sehr spontan und flexibel. Man holt das Handy heraus, macht ein Video und packt es mittels eines Klick in die eigene Story. Forderung nach Beschreibung, Hashtags, Markierierungen sowie ob-man-dann-wirklich-den-Inhalt-hochladen-will-Fragen kommen erst gar nicht auf. Falls man sich dann überlegt, dass die Story vielleicht doch nicht gezeigt werden soll, kann man sie im Gegensatz zum privaten Modus ganz einfach löschen. Danach kann sie niemand mehr sehen. Nach 24 Stunden sind die Stories aber sowieso weg.

Was ich auch noch richtig cool finde ist die Aneinanderreihung von mehreren Stories, so entsteht dann ein Bilderbuch oder sogar ein kleiner Film.  Ich nutze Stories nur gelegentlich; zu welchen Ereignissen und Aktionen variiert dabei stark. Würde ich zum Beispiel in naher Zukunft Fallschirmspringen gehen, dann würde ich höchstwahrscheinlich versuchen das Ganze als Story zu zeigen. Es geht mir dann also mehr um etwas Spektakuläres. Das wahrscheinlich nicht ganz so Offensichtliche, aber vor allem vorteilhafte Nutzen vom Storymodus ist außerdem, dass man nicht nur von Freunden Stories sehen kann, sondern ebenso gut prominenten Personen folgen und ein wenig aus ihrem privaten Leben mitkriegen kann. An dieser Stelle ein Hinweis auf einen meiner Lieblingssnapper: Casey Neistat. Er ist Filmproduzent aus NYC und außerdem Daily Vlogger auf Youtube – cooler Typ mit einer noch cooleren Lebensart!

Storys unterscheiden sich natürlich stark von Person zu Person. Manche posten wirklich alles, ähnlich wie bei Facebook und Co, was dann nicht wirklich interessant für mich ist. Ebenso gibt es natürlich auch Freunde, die viel erleben und bei denen es dann ganz witzig ist, ihnen in den Stories über die Schultern zu schauen. Das gilt dann natürlich nicht nur für die Stories, sondern auch für die privaten Nachrichten. Snapchat dient letztlich zur Selbstdarstellung, das sagen auch Kollegen von mir, die ebenfalls dort aktiv sind.

 

Hinweis: Snapchat wird besonders gerne zur Selbstdarstellung verwendet.

 

Snapchat ist eine coole App und ein witziges soziales Netzwerk, um ein wenig von meinem Leben preiszugeben. Dafür nutze ich Snapchat viel lieber als Instagram oder Facebook.

Alles in allem ist Snapchat für den Spaß zwischendurch wirklich sehr lustig und unterhaltsam, allerdings, wie schon am Anfang gesagt, nichts Essentielles für mich. Ich könnte darauf verzichten, möchte es aber gar nicht. Zurzeit ist Snapchat ein fester Bestandteil, um meinen Freunden zu zeigen, was gerade abgeht und vor allem auch zu erfahren, was die schon wieder für abgedrehte Sachen machen.


 

Danke Marvin für deine kleine Einschätzung zu Snapchat.

Die Snapchat-Nutzung, wie Marvin sie schildert, lässt darauf schließen, was vielen Nutzern an dieser Plattform wichtig ist: Unbeschwertheit, einfaches Teilen von Inhalten ohne viele Klicks, Unterhaltung, Selbstdarstellung und weniger Kontrolle.

Am Anfang habe ich gefragt, ob jetzt jeder zu Snapchat gehen sollte, um es auszuprobieren, und ob Unternehmen anfangen sollten zu snappen. Dazu habe ich bereits interessante Beiträge gelesen und Diskussionen mitbekommen.

Fakt ist, die Jugend liebt Snapchat, weil es endlich ein Netzwerk ist, dass auf sie zugeschnitten wurde. Es ist eine reine Mobile-App, Mama und Papa können damit überhaupt nichts anfangen (viele Ü-25 Jährigen erzählen, wie kompliziert Snapchat ist) und Bilder oder Videos sind nach einigen Sekunden wieder weg, Stories nach 24 Stunden. Das macht das Ganze ja so unbeschwert und ich kann mir gut vorstellen, warum Jugendliche aus diesen Gründen eher dort sind als bei Facebook. Für Jedermann ist Snapchat also nichts, zu viel Aufwand und wenig ergiebig, wenn ihr einfach nur mal schauen wollt, wie es funktioniert. Die meisten von euch würden sofort abspringen. Geht es aber um Blogger, Youtuber, Vlogger, Prominente und andere Persönlichkeiten im Netz, dann ist Snapchat ideal. Das Netzwerk ist ein direkter und persönlicher Kommunikationskanal und eben kein Werbekanal. Es geht um echte Kommunikation, mit Facebook kann Snapchat kaum verglichen werden.

 

Fazit zur Nutzung von Snapchat für Unternehmen

Unternehmen wollen vor allem zwei Dinge: Produkte oder Dienstleistungen verkaufen und damit Umsätze steigern und ihre Marke platzieren bzw. bekannter machen. Danach werden Werbebudgets vergeben und Kanäle ausgesucht. Beide Ziele sind mit Snapchat meines Erachtens nicht möglich. Die Inhalte, die geteilt werden, sind ja nur kurz online (viele Unternehmer und Entscheider würden allein deswegen schon nein zu Snapchat sagen) und die Inhalte sind nicht viral. Es gibt keine Möglichkeit, Inhalte von anderen weiterzuverbreiten oder in anderen Netzwerken zu posten. Eine organische Verbreitung der Inhalte über verschiedene Kanäle hinweg ist nicht Sinn von Snapchat. Dies ist aber ein Punkt, auf den Unternehmen extrem viel Wert legen.  Für solche Unternehmen ist das Poltergeist-Netzwerk also nicht geeignet.

Will eine Marke aber mit ihren Fans kommunizieren, sie an Entwicklungen teilhaben lassen, nach Meinungen zu Entwürfen fragen, dann ist Snapchat genau richtig, denn hier gibt es die Möglichkeit der direkten Kommunikation.

 

Weiterführende Quellen:

Snap me if you can – E-Book von Philipp Steuer

Interview zum Snapchatbuch mit Philipp Steuer

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2 Kommentare bei “Wie tickt Snapchat? Ein Test im freiSign Team

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