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11. Mai 2016 um 16:44 Uhr

re:publica Recap: Ein erstes Mal

re:publica Recap: Ein erstes Mal

Was bleibt nach der ersten re:publica, vor allem, wenn es die bereits Zehnte ist, die stattfindet, aber man erst zum ersten Mal dabei war?

Lisa und ich waren zusammen drei Tage in Berlin und haben den Sessions, Gesprächen und Diskussionen gelauscht. Wie gesagt, es war das erste Mal, dass wir dabei waren und auch wenn man uns vorher schon viel erzählt hat, so richtig vorstellen konnten wir uns trotzdem nicht, wie sich so ein Event gestaltet. Deswegen kommt hier unser Bericht, damit auch ihr nächstes Jahr dabei seid.

Trotz Vorbereitung war es schwer sich vorzustellen, wie die re:publica werden würde. Aber die Freude war groß, auf die Hauptstadt, auf ein Event unter Gleichgesinnten und tolle neue Erfahrungen.

re:publica: Food, Networking, Musik im Dome

Food, Networking, Musik im Dome

Nach der Ankunft im Hotel (Hotel Leonardo Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf) fuhren wir ganz bequem mit der U2 von der Bismarckstraße zum Gleisdreieck, wo sich die Station Berlin befindet und eben die re:publica. Wir kamen mittags an, es war also schon Hochbetrieb. Leider hatten wir knapp die Session mit u.a. Edward Snowden zu „The Fourth Revelution“ verpasst, bzw. kamen wegen Platzmangel nicht mehr in die Halle.

re:publica Sessions

Wie oben schon erwähnt, haben wir Edward Snowden verpasst. Das hat mich persönlich dann doch sehr geärgert. Aber wir sollten von anderen noch positiv wie auch negativ überrascht werden. Zu den Sessions muss man leider auch zwei negative Wörter, was die Organisation angeht, sagen: zu voll. Natürlich weiß man vorher nicht wie viele sich für welche Sessions interessieren. So wie uns ging es einigen Besuchern bei so mancher Session, die Beschwerden waren fast stündlich bei Twitter zu verfolgen.

Nichtsdestotrotz haben wir viel aus den von uns für gelungen befundenen Sessions mitgenommen. Deswegen heben wir sie hier kurz hervor:

DIGITAL STORYTELLING – TRENDS, TOOLS, TOPICS

Unter Digital Storytelling habe ich mir vorher nicht VR und 360° Videos vorgestellt bzw. wie Journalisten nach aktuellen Trends suchen können, aber das war nicht schlimm. Isa Sonnenfeld vom Google News Lab stellte vor, wie Google das Tool „Trends“ weiterentwickelt hat und wie agil und schnell es dann auch wirklich auf Trends reagiert. Im Anschluss wurde von der Berliner Morgenpost erklärt, wie sie mit Virtual Reality Videos Geschichten von Flüchtlingen erzählt.

DIGITALE FLÜCHTLINGSHILFE AUF DEM LAND

Flüchtlingshilfe zu betreiben gegen all die Widerstände im Berliner Umland und unter schwieriger Infrastruktur ist nicht leicht, aber Jana Stecher (@janapur) hat einen Weg gefunden. Der Tenor: die Flüchtlingsinitiativen brauchen eine digitale Integration, denn die Geflüchteten kommunizieren über soziale Netzwerke. Warum dann nicht auch die Helfenden untereinander und mit ihnen?

FILM & TV MADE IN GERMANY – MEET THE TEAMS

re:publica: Crew um Matthias Schweighöfer

Matthias Schweighöfer und Kollegen stellen die neue deutsche Serie auf Amazon Prime vor, die im Januar starten soll.

Highlight des ersten Tages war die Vorstellung neuer Film- und Serienformate, einfach auch wegen Matthias Schweighöfer und Friedrich Liechtenstein. Ersterer produziert eine deutsche Serie, die ausschließlich auf Amazon Prime zu sehen sein wird. Beim zweiten Format handelt es sich um die zweite Staffel vom „Club der roten Bänder“ und das dritte Format stellt ein Werbefilmformat/Storytelling mit Friedrich Liechtenstein zum Thema Tankstellen dar. Zum Schluss gab Multitalent Liechtenstein dann noch ein Konzert, dem wir leider wegen gebuchter Tickets für den Fernsehturm am Alexanderplatz nur kurz beiwohnen konnten.

re:publica: Friedrich Liechtenstein

Friedrich Liechtenstein soll Tankstellen Romantik herüberbringen

HERDING TROLLS, LEGITIMATELY: THE ETHICS OF ONLINE COMMUNITY MANAGEMENT

Diese Session war absolut mein Thema. Während man in der Peripherie noch dabei ist, überhaupt für Social Media und deren Anwendung durch Unternehmen zu „werben“, erklärten die vier Experten denjenigen, die so etwas wie Social Media Marketing bereits betreiben, wie Community Management funktioniert. Kommunikation und Dialog sind die Schlagwörter. Trolle und Hater machen einem dabei das Leben schwer, aber es gilt Werte zu leben und respektvoll zu sein, auch bei den noch so schlimmsten Kommentaren. Was ich aus der Session mitgenommen habe ist folgendes: auch wenn man schnell reagieren soll, ist es dennoch ganz gut, erst einmal zu überlegen und den eigenen Ärger abzuwarten und erst dann zu antworten.

#RPTENICONS

Anna-Lena Schiller und Frau Hölle zeigen 10 Jahre re:publica in Sketchnotes. Lisa war sofort Feuer und Flamme und hat sich auch gleich an Zeichnungen gemacht. Bei der Session ging es darum, dass jeder – ob Zeichenkünstler oder nicht – Sketchnotes als Notizen verwenden kann. Lisa hat die unheimlich lockere Art bestens gefallen und fühlte sich für die nächste Zeichensession bestens vorbereitet.

LASST STIFTE SPRECHEN

Obwohl diese Session unter totalem Zeitdruck ablief – leider kam der vorherige Sprecher mit seinem langweiligen Vortrag nicht zum Ende – war es für Lisa der absolut interessanteste. Die beiden Sprecher Anna-Lena und Johannes haben mit ihrer kreativ-witzigen Präsentation sehr coole Ansätze zum Thema Sketchnotes und Graphic Recording geliefert. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einem Blog bestehend aus Travel oder Food Sketches? Die Idee findet Lisa total genial, da vermutlich die meisten Leute sich lieber eine Reihe von Fotos anschauen, als einen 5-seitigen Bericht zu lesen. Vor allem kann man in gleicher Zeit mehr Infos in Bilder packen als in Text, also wäre dieses Blogmodell auch noch zeitsparend.

re:publica: Lisa von freiSign zeichnet

Lisa war sofort motiviert selbst zu zeichnen.

Der re:publica Vibe

Dass es sich bei der republica um keine klassische Konferenz handelt, war eigentlich sofort klar. Sonnenbrillen, Backpacks und Sommerklamotten soweit das Auge sah. Wer im Anzug kam, gehörte einfach nicht dazu und fiel sofort auf. Die republica ist ein Event zu gesellschaftlichen, politischen und digitalen Themen.

Offenbar trommeln die republica Organisatoren jedes Jahr für gutes Wetter, denn es war durchgehend sonnig und warm. Für genügend Rückzugsmöglichkeiten zum Quatschen und arbeiten wurde sowohl drinnen als auch draußen gesorgt. Das Essen war übrigens auch passend zum hippen Event: Street Food. Unsere Kollegen haben wir gleich mit einem Burger Foto neidisch gemacht.

Mir hat es besonders gut gefallen, dass man nicht vorher fragen musste, ob man nun duzt oder siezt, wir waren unter uns und da heißt es DU. Bei der Party am Dienstag haben wir ähnliches erlebt, vor allem einen starken Zusammenhalt. Die Karaoke Sänger wurden von der ganzen Halle für ihren Mut gefeiert und da das Thema „Was machen wir gegen Hate Speech?“ allgegenwärtig war hat das Lied von den Ärzten „Schrei nach Liebe“ natürlich alle motiviert mitzugröhlen.

Die Ausstellung rund um die re:publicare:publica: das ZDF zeigt VR

Auch die Stände in der großen Willkommenshalle machten keinen typischen Messeeindruck, man duzte sich, probierte aus, verköstigte oder unterhielt sich einfach über dieses und jenes. Eins der großen Themen war Virtual Reality, ich war überrascht gerade das ZDF zu diesem Thema gut aufgestellt zu sehen. Dort haben wir die neuen 360° Videobrillen einmal ausprobiert. Man denkt ja, dass der ZDF eher ein sehr alt eingesessener Verein ist, für den Stand hatten sie hingegen junges Volk dabei.

Unser Lieblingsstand war dann aber caseable. Hier erfuhren wir erstmals von diesem Online Shop, bei dem ihr wunderschöne und künstlerische Smartphone Cases sowie Laptoptaschen bestellen könnt. Die Besonderheit: ihr könnt euch auch Cases oder Taschen selbst gestalten mit eigenen Bildern. Goodie zur republica: wenn man direkt bei Katharina oder ihren Kolleginnen bestellt hat, gab es 50% Rabatt. Ich glaube, es wundert sich keiner, dass wir das ausgenutzt haben.

Ein anderer Stand, der uns besonders gut gefiel, war Mind Cookies. Bei dem Kaffee, der in einer Agentur so durchgeht, bleibt man bei Koffein Keksen gerne einmal stehen. Zumal wir auch hier gerade zur richtigen Zeit ankamen und Gratiscookies bekommen haben. Corporate Design, Produkt, Verkaufsstrategie – alles passt und wir sind gespannt, was man von Mind Cookies noch hören wird.

re:publica: Koffeinkekse bei Mind Cookies

Hier gibt es Koffein in Keksen.

Sight Seeing durfte natürlich auch nicht fehlen

Ich war bereits zum vierten Mal in unserer schönen Hauptstadt und konnte Lisa daher die wichtigsten Spots zeigen. Alexanderturm, Brandenburger Tor, Regierungsviertel und East Side Gallery muss man einfach einmal gesehen haben. Nach drei bis vier Sessions war man auch einfach matschig in der Birne, vor allem wenn der Raum überfüllt war. So ließen wir die zwei Abende eben mit Sight Seeing bei bestem Wetter ausklingen.

re:publica: Sight Seeing am Brandenburger Tor

Abschließend lasse ich meine liebe Kollegin Lisa noch einmal zu Wort kommen: Allgemein hat mir die lockere Atmosphäre auf der re:publica besonders gefallen. Wer schon auf normalen Messen war, erlebt hier wieder etwas ganz neues. Anna hat mir vorher schon gesagt, dass das Event eher mit einem Festival zu vergleichen sei und das finde ich jetzt auch sehr passend. Jeder kleidet sich wie er möchte – die wenigen Anzugträger haben das System noch nicht verstanden. Es gibt Foodwagen, Bier, Sonnenliegen und nette Gespräche. Wer also neugierig geworden ist, sollte sich einfach mal die Mitschnitte auf YouTube ansehen und wird damit vielleicht überzeugt, im nächsten Jahr auch mal die re:publica zu besuchen.

Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen. Es gibt einige negative Berichte, aber diese Leute waren auch nicht zum ersten Mal auf der re:publica. Lisa und ich haben unsere Eindrücke gewonnen und würden nächstes Jahr sehr gerne wiederkommen.

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