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11. September 2015 um 13:33 Uhr

Erinnerung an die analogen Drucktechniken

Erinnerung an die analogen Drucktechniken

Wie man Geschriebenes und Grafisches ausdruckt, weiß mittlerweile fast jedes Kind: Papier in den Drucker, auf „Drucken“ klicken, fertig. Die einzige Herausforderung hierbei ist vermutlich der Papierstau. Doch wie hat man vor dem Computerzeitalter Plakate und Handzettel vervielfältigt?

 

In Deutschland war das Vervielfältigen bis zum Jahr 1450 nur durch Abschreiben möglich. Und auch nicht jeder konnte lesen und schreiben, das war nur der gebildetsten Bevölkerungsschicht, vor allem den Geistlichen, vorbehalten.  So war es eine der Hauptbeschäftigung von Mönchen das Abschreiben von Bibeln. Hatte man sich verschrieben oder vermalt, mussten ganze Seiten oder sogar Bücher vernichtet werden.

Zwar wurde bereits im alten Ägypten und antiken Rom mit Holzschnitzen oder Steinen gestempelt, dies wurde jedoch nur für kleine Symbole oder Abbildungen verwendet.

Der klassische Buchdruck geht auf Gutenberg zurück. 1450 erfand er das Gießinstrument, um Buchstaben zu erstellen. Auch die Setzkästen und die Druckpresse gehen auf ihn zurück. Buchstaben wurden einzeln spiegelverkehrt auf eine Platte gesetzt, um nach dem Stempelprinzip zu drucken. Abbildungen wurden mit so genannten „Klischees“, lichtempfindlichen Metallplatten, gedruckt. Nach dem Belichten wurde das überflüssige Material weggeätzt, damit nur noch das belichtete Bild übrigblieb. Dieses Verfahren wird „Hochdruck“ genannt, weil der zu druckende Teil erhöht liegt.

Auf den Hochdruck folgte der Tiefdruck. Hierbei lag der zu druckende Teil tiefer als die Druckplatte. Das Bild wurde spiegelverkehrt in eine Metallplatte – meist Kupfer – geätzt oder geritzt. Die Farbe wurde aufgetragen und wieder abgewischt, sodass sie nur in den Vertiefungen zurückblieb.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfand Alois Senefelder den Flachdruck. Der Vorteildieser Methode, bei welcher der Druckteil auf derselben Höhe wie die Druckplatte liegt, war eine höhere Produktionsrate in deutlich geringerer Zeit als beim Hoch- oder Tiefdruck. Zum Flachdruck gehörten auch die Lithografie und der heutzutage noch immer gebräuchliche Offsetdruck. Dieses Druckverfahren basiert auf dem chemischen Prinzip, dass Wasser und Fett sich abstoßen. Die spiegelverkehrte Druckpartie ist fettfreundlich und zieht die fettreiche Farbe an. Auf dem Rest des Untergrundes bleibt sie nicht haften.

Schließlich entstand Anfang des 20. Jahrhunderts der Durchdruck. Dies ist die einzige Druckmethode, bei der eine positive Druckplatte zum Einsatz kommt. Die Druckplatte ist eigentlich ein sehr feinmaschiges Sieb, das mit einer chemischen Flüssigkeit getränkt und danach einige Sekunden mit UV-Licht belichtet wird. Die belichteten Teile werden hart und das Sieb somit undurchlässig. Damit ist das Drucken auf den verschiedensten Untergründen möglich.

In heutiger Zeit werden diese analogen Drucktechniken kaum mehr genutzt, da sie sich nicht rentieren. Es macht aber definitiv mehr Spaß, direkt mit Farbe zu arbeiten und am Ende ein selbst bedrucktes Papier in den Händen zu halten, als den Papierstau zu lösen.

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