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1. Juni 2016 um 15:59 Uhr

Atari und das Internet der Dinge

Atari und das Internet der Dinge

Bei dem Namen „Atari“ geht vielen Heimspielekonsolen-Fans der ersten Generation das Herz auf. Auch jüngere Gamer werden sofort hellhörig, ähnlich wie der moderne Autofan bei Oldtimern ins Schwärmen gerät. Das Unternehmen Atari war einst der größte Entwickler und Hersteller von Heimvideospielsystemen und den dazugehörigen Spielen, bis Mitte der 1980er Jahre der Absturz folgte. Die Marke Atari ging danach durch verschiedene Hände und verschwand in der Bedeutungslosigkeit. Jetzt will sich Atari wieder ins Spiel bringen, allerdings nicht mit Spielen.

 

Atari kehrt ins Hardware-Geschäft zurück, versucht es aber nicht wieder mit Konsolen und dem Drumherum, sondern will in den Bereich Internet of Things (Internet der Dinge) einsteigen. Gemeinsam mit dem französischen Unternehmen Sigfox plant Atari die Veröffentlichung von Smart-Home-Gadgets. Genaueres ist über die vorgesehenen Produkte noch nicht bekannt, aber sie sollen einen möglichst breiten Markt abdecken, von Überwachungstechnik bis Sportartikel. Alles mit smarten Funktionen wie GPS-Tracking, Temperaturmessung oder Alarmknopf.

 

Alles muss vernetzt sein

Das Internet of Things/Internet der Dinge, das zumeist IoT abgekürzt wird, basiert auf dem Konzept, normale Geräte zunehmend durch intelligente Gegenstände zu ersetzen, die lernfähig sind, Aufgaben selbstständig ausführen können und miteinander kommunizieren. In einer IoT-Welt ist die Waschmaschine mit dem Fernseher und die Spülmaschine mit dem Toaster verbunden. Kühlschränke ordern selbstständig Nahrungsmittel, um sich von alleine aufzufüllen, Kaffeemaschinen bestellen sich selbst neue Filter und der Wecker verschiebt deine Termine, weil du offensichtlich nicht aus dem Bett kommst. Wird die Welt eines Tages tatsächlich komplett vernetzt sein? Kann Atari dabei einen so großen Beitrag leisten wie dereinst in der Entwicklung der Videospielkultur?

 

Dinge, die über sich und dich hinauswachsen

Man kann noch gewisse Zweifel daran haben, dass sich das Internet der Dinge allumfassend durchsetzt. Es entwickelt sich zwar, aber langsam. Viele Menschen sind noch skeptisch und reagieren zurückhaltend, was verständlich ist. Die Aussicht, von der eigenen Zahnbürste an den Zahnarzt verpetzt zu werden, ist nicht sehr erfreulich. Ob nun Atari draufsteht oder ein anderer Hersteller. Auch Sicherheitsbedenken sind ein wesentlicher Faktor. Alles, was vernetzt ist, kann auch gehackt werden. Ein Kühlschrank, der wahllos Lebensmittel bestellt, weil er von einem technisch begabten, aber moralisch nicht einwandfreien Außenstehenden entsprechend manipuliert wurde, macht auch keine Freude. Nur arm. Erst in einigen Jahren werden wir wissen, ob das Internet der Dinge der richtige Weg ist – und der richtige Schritt für Atari war.

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